Sie sind hier: Historie / Presse / Historie / Presse 2011 / Eigener Pressebericht zum Auftakt
Mittwoch, 17. Juli 2019

Viernheimer Unternehmen unter einem Dach

Gesellschaftliche Verantwortung und Netzwerkbildung im Mittelpunkt
- Start im Februar 2011

Viernheimer Unternehmen schreiben sich gemeinsame gesellschaftliche Verantwortung auf die Fahne und bilden nebenbei ein Netzwerk für gegenseitige Unterstützung - diese Idee soll schon in Kürze zünden: Wenn es nach dem Willen des Initiativkreises geht, dann wird die Initiative "WIR UNTERNEHMEN FÜR VIERNHEIM" anfangs Februar an den Start gehen. Gleich zu Beginn sollen möglichst viele Unternehmen des Viernheimer Mittelstandes ins Boot geholt werden, um unter einem gemeinsamen Dach mit Unterstützung der Bertelsmann Stiftung praxisnahe Modelle für verstärkte und nachhaltige Lebensqualität in Beruf und Familie auf  den Weg bringen zu können. Die Auftaktveranstaltung hierzu findet am 03. Februar 2011 statt.

Geboren wurde die Idee  zu dieser Initiative von Thomas Winkler, Geschäftsführer von KüchenCampus Viernheim, zu dessen Geschäftsphilosophie es seit jeher gehört, sein Unternehmen am jeweiligen Standort gesellschaftlich einzubringen. Sehr schnell fand er einen Mitstreiter in Alexander Schwarz, dem Wirtschaftsförderer der Stadt Viernheim. Beide stießen auf das Verantwortungspartner-Modell der Bertelsmann Stiftung, dessen inhaltliche Zielsetzung sie als geradezu ideal für ein Anschubprojekt auf der Ebene Viernheims betrachteten. Das Initiativ-Duo erhielt in kürzester Zeit weitere Verstärkung: Harald Hofmann vom Viernheimer  Institut für angewandte Betriebspädagogik, Wolfgang Hofmann, Inhaber der Joh. Franz Hofmann GmbH & Co. KG, und Wolfgang Kempf, Inhaber der Rathaus- und Rhein-Neckar-Apotheke.

Alle zeigten sich überzeugt vom Bertelsmann-Modell. Ihr Ziel: Dieses so schnell als möglich in Viernheim zu installieren. Thomas Winkler sieht dieses freiwillige unternehmerische Verantwortungsengagement für die Gesellschaft  so: "Erfolgreiche Unternehmer benötigen für ihr Handeln ein intaktes gesellschaftliches Umfeld. Gute Schulen, gut ausgebildete Arbeitskräfte sowie eine gute Infrastruktur sind dabei wichtiger Faktoren. Gleichzeitig braucht eine zukunftsfähige Gesellschaft wettbewerbsfähige Unternehmen, die in der Lage sind, Wohlstand und Arbeit zu schaffen." In den letzten Jahren habe die Bertelsmann Stiftung das gesellschaftliche Engagement des Mittelstandes intensiv erforscht. Das Ergebnis sei, dass mittelständische Unternehmen  die Lebensqualität ihrer Stadt und der Region maßgeblich mitgestalteten. Insbesondere in deren gesellschaftlichem Engagement lägen große Potentiale für die Entwicklungsmöglichkeiten von urbanen und regionalen Belangen. Zudem zeige sich, so Winkler, dass gesellschaftliches Engagement und wirtschaftliche Aktivitäten keine Gegensätze bildeten, sondern einander vielfältig bereicherten. Wolfgang Hofmann ergänzt diese Erkenntnisse: "Das Ein- und Mitwirken der Unternehmen zeichnet sich immer mehr dadurch aus, dass es gesellschaftliches Engagement intelligent mit dem Kerngeschäft bzw. den Unternehmenszielen verbindet." So gelinge es, unternehmerisches Know-how und Kreativität für gesellschaftliche Herausforderungen einzusetzen - zum Wohle der Gesellschaft und der Unternehmen.

Was dies ganz konkret für Viernheim bedeuten kann, das erläutert Harald Hofmann: "Mit der Initiative "WIR UNTERNEHMEN FÜR VIERNHEIM" geben wir jedem Viernheimer Unternehmer die Möglichkeit, aktiv an der Gestaltung des Arbeits- und Lebensumfeldes teilzunehmen." So ließen sich ganz konkret praxisnahe Kinderbetreuungsmodelle entwickeln, um der heute noch leider vielfach suboptimalen Umsetzung des Anspruch auf Vereinbarkeit von Beruf und Familie erfolgreich begegnen zu können. Als weitere Beispiele nannte er die wichtigen Themen Öffnung der Unternehmen nach außen, Ausbildungsreife, Integration und Zuwanderung. Sinn und Zweck, so Hofmann, sei die gemeinsame Entwicklung von Projektideen auf eine in der Praxis umsetzbare "Serienreife" hin.

Wolfgang Kempf verweist auf einen weiteren Effekt der Initiative: "Die Vernetzung engagierter Unternehmen untereinander ist ein wesentlicher Schritt, um das Potential des gesellschaftlichen Engagements von Unternehmen zu fördern." Vielfach sei es auch in Viernheim noch so, dass Unternehmen nebeneinander her lebten, ohne vom Know-how und den Fähigkeiten des anderen zu wissen. Schon allein diese "Wissens- und Kenntnisvernetzung" könne dazu beitragen, auf lokaler Ebene neue Geschäftsbeziehungen zu entwickeln. Insgesamt spricht Kempf von einer "win-win-Situation" für alle Beteiligten in diesem gesellschaftlichen Netzwerk.

Die Verantwortlichen der Bertelsmann Stiftung zeigten sich während einer Veranstaltung mit den bisherigen Initiativkreisen in Berlin sehr angetan von den Viernheimer Überlegungen. Viernheim soll Modellcharakter für Hessen haben - das ergab sich aus den Gesprächen während des Workshops in der Hauptstadt, an dem neben Alexander Schwarz auch Harald Hofmann und Wolfgang Kempf teilnahmen.

Die Erkenntnisse aus den Arbeitsgruppen die die Drei aus Berlin mitbrachten, waren ein weiterer Motivationsschub für das Initiativ-Team vor Ort in Viernheim. Alexander Schwarz beschreibt es so: "Gesellschaftliche Herausforderungen können erfolgreicher bewältigt werden, wenn unterschiedliche Akteure ihre Kompetenzen und Resourcen bündeln - das war der eine Meilenstein. Der andere ist der: Erfolgreiches Engagement - auch das machten die Projekte u.a. in Heilbronn und Saarbrücken deutlich - ist unabhängig von der Unternehmensgröße oder den investierten finanziellen Mitteln. Vielmehr sind es die Kreativität und die Kompetenzen, die in die Projekte fließen." Gemeinsam entstünden auf diese Weise oftmals völlig neue Lösungswege.

Schon jetzt während der Konzeptionssphase der Initiative sind mehrere Viernheimer Mittelständler bereits im Boot: Mit tatkräftiger materieller und ideeller Unterstützung wollen sie einen erfolgreichen "Startschuss" ermöglichen helfen.

Die Auftaktveranstaltung "WIR UNTERNEHMEN FÜR VIERNHEIM" mit Repräsentanten der Bertelsmann Stiftung und Vertretern bereits laufender Projekte findet statt am 03. Februar 2011 um 19.00 Uhr im Autohaus Ernst in der Levi-Strauss-Allee 1. Alle Viernheimer Unternehmen sind herzlich eingeladen, sich in diese Initiative einzubringen. Anmeldungen zu dieser Veranstaltung können erfolgen über das Antwortschreiben, das den individuellen Einladungen beigefügt ist, oder über die Webseite "www.verantwortungspartner-viernheim.de".

 

Wolfgang Kempf

29.12.2010